Sozialschutz und Spielsucht

Sozialschutz und Spielsucht

Die Spielbanken müssen über ein Sozialkonzept verfügen und haben darin aufzuzeigen, welche Massnahmen sie zum Schutz der Spielerinnen und Spieler vorsehen. Insbesondere müssen die Spielbanken Massnahmen ergreifen bezüglich der Information, Früherkennung, Selbstkontrolle und Spielbeschränkungen. Zudem müssen die Spielbanken ihr mit dem Sozialschutz betrautes Personal ausbilden und regelmässig weiterbilden. 

Information

Die Spielbanken müssen ihre Kunden in verständlicher Form über die Risiken des Spiels informieren. Das Informationsmaterial enthält einen Selbsterhebungsbogen zur Prüfung des eigenen Spielverhaltens sowie Möglichkeiten für Selbstkontrollen, Spielbeschränkungen und Spielsperren. Zudem müssen die Spielbanken über Angebote zur Unterstützung und Behandlung von süchtigen, verschuldeten oder suchtgefährdeten Personen informieren und Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen angeben.

Früherkennung

Die Spielbanken legen Kriterien für die Früherkennung von spielsuchtgefährdeten Spielerinnen und Spielern fest. Das Personal wird dazu ausgebildet, bei Verdacht mit spielsuchtgefährdeten Spielern Gespräche zu führen. Gegebenenfalls spricht die Spielbank eine Spielsperre aus.

Wenn Anzeichen dafür bestehen, dass ein Spieler über seine Verhältnisse spielen könnte, muss sich die Spielbank vergewissern, dass dies nicht zutrifft. Im Rahmen dieser Abklärungen kann die Spielbank Belege über die Einkommens- und Vermögenssituation des Spielers verlangen.

Selbstkontrollen und Spielbeschränkung

Die Spielbanken müssen den Spielerinnen und Spielern Möglichkeiten zur Kontrolle und Beschränkung der Spieldauer, der Spielhäufigkeit oder der Verluste zur Verfügung stellen. Selbstkontrollen und Spielbeschränkungen zum Beispiel eignen sich für online durchgeführte Geldspiele, weil das Spielverhalten mit verhältnismässigem Aufwand beobachtet werden kann.

Spielsperren

Ende 2017 lag die Zahl der schweizweit geltenden Spielsperren bei 53 920.

Schweizweite Spielsperren Art. 22. Entwicklung 2001 - 2017:

Freiwillige oder angeordnete Spielsperre

Die Spielbank spricht eine Spielsperre aus, sofern sie weiss oder annehmen muss, dass eine Person:

  • überschuldet ist oder ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt;
  • Spieleinsätze riskiert, die in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen und Vermögen stehen.
  • Zudem sperren die Spielbanken Personen vom Spielbetrieb aus, von denen sie aufgrund einer Meldung einer Fachstelle oder Sozialbehörde wissen oder annehmen müssen, dass sie spielsüchtig sind.

Eine ausgesprochene Spielsperre gilt für Spielbankenspiele (terrestrisch und online) und für die online durchgeführten Grossspiele.

Ein Spieler hat aber auch jederzeit die Möglichkeit, sich selber sperren zu lassen. Alle Veranstalterinnen von Geldspielen, die Spielsperren verhängen, müssen je ein Register der gesperrten Personen führen.  

Aufhebung einer Spielsperre

Die Spielsperre muss auf Antrag der betroffenen Person aufgehoben werden, wenn der Grund dafür nicht mehr besteht.

Nur die Veranstalterin, welche eine Spielsperre ausgesprochen hat, kann diese wieder aufheben. In das Aufhebungsverfahren muss eine kantonal anerkannte Fachperson oder Fachstelle einbezogen werden.

Der Rechtsweg gegen den Entscheid, eine Spielsperre auszusprechen bzw. eine Spielsperre nicht aufzuheben, erfolgt über die Zivilgerichte.

nach oben Letzte Änderung 07.01.2019