Geldspiele: eine Übersicht

Bei einem reinen Glücksspiel wird der Gewinn vom Zufall bestimmt: bei einem Würfelspiel beispielsweise oder beim Roulette. Hier haben die Spieler keinen Einfluss auf den Spielausgang. Ganz anders beim reinen Geschicklichkeitsspiel. Beim Schach zum Beispiel entscheidet das Geschick der Spieler über den Spielverlauf.

Allerdings sind reine Geschicklichkeits- oder Glücksspiele selten. Die meisten Spiele um Geld oder geldwerte Vorteile sind eine Mischung aus Geschicklichkeit und Glück, wie bei vielen Automaten- und Kartenspielen. Welcher der beiden Faktoren überwiegt, ist im Einzelfall nicht immer leicht erkennbar.

Ausserhalb konzessionierter Spielbanken ist das Glücksspiel um Geld oder geldwerte Vorteile in der Schweiz verboten, nicht aber das Geschicklichkeitsspiel. Deshalb kommt der Frage, ob ein Spielgewinn überwiegend vom Geschick oder vom Glück abhängt, eine zentrale Bedeutung zu.

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) prüft auf Gesuch hin oder von Amtes wegen, ob bei einem konkreten Spiel der Gewinn überwiegend durch den Zufall oder das Geschick des Spielers bestimmt wird. Kommt die ESBK zum Schluss, dass es sich bei einem getesteten Spiel um ein Geschicklichkeitsspiel handelt, kommt kantonales Recht zur Anwendung. Dieses bestimmt letztlich, ob und mit welchen Einschränkungen ein solches Spiel auf seinem Gebiet betrieben werden darf.

Unterscheidung Spielbanken- / Lotteriegesetz

Glücksspiele werden in der Schweiz in erster Linie durch das Spielbankengesetz (SBG, SR 935.52) geregelt. Zuständig für den Vollzug ist die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK).

Für eine bestimmte Art von Glücksspielen gilt jedoch das Lotteriegesetz (LG, SR 935.51), nämlich für Lotterien, Wetten und lotterieähnliche Veranstaltungen. Insbesondere Wettbewerbe und Preisausschreiben fallen unter diese Kategorie.. Der Vollzug des Lotteriegesetzes (insb. die Bewilligung und Beaufsichtigung von Lotterien und Wetten) ist im Wesentlichen Sache der Kantone.

Im Zweifelsfall prüft die ESBK, ob ein Spiel dem Spielbankengesetz unterliegt.

Geldspielgesetz

Der Entwurf des Bundesgesetzes über Geldspiele, das zurzeit im Parlament beraten wird, hat zum Ziel, das SBG und das Lotteriegesetz zusammenzuführen. Der Gesetzesentwurf übernimmt zu grossen Teilen bewährte Regelungen und sieht eine Reihe von Neuerungen vor. Neu soll beispielsweise für die Spielbanken möglich sein, mit einer Erweiterung ihrer Konzession Spielbankenspiele online anzubieten. Kleine Pokerturniere werden unter engen Rahmenbedingungen auch ausserhalb von Spielbanken zugelassen werden. Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesamtes für Justiz und auf der Internetseite des Schweizer Parlamentes:

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nach oben Letzte Änderung 24.10.2016