Bundesamt für Polizei

Weniger Anzeigen in der Schweiz registriert

Fedpol veröffentlicht Polizeiliche Kriminalstatistik und Betäubungsmittelstatistik 2005

Medienmitteilungen, fedpol, 29.06.2006

Bern. In der Schweiz wurden 2005 rund 10,5 Prozent weniger Straftaten von der Polizei registriert als im Jahr zuvor. 2005 gingen insgesamt 303'270 (2004: 338'835) Anzeigen ein. Die Zahl der registrierten Straftaten ging damit auf das Niveau von 1995 zurück. Dies geht aus der neusten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und der Betäubungsmittelstatistik (BMS) des Bundesamtes für Polizei (fedpol) hervor.

Der deutliche Rückgang der verzeigten Straftaten ist vor allem auf den Rückgang der Diebstähle zurückzuführen, die den Löwenanteil der Statistik ausmachen. Lässt man die Anzeigen wegen Diebstahl (inkl. Fahrzeuge) unberücksichtigt, nahmen die erfassten Tatbestände um 1,4 Prozent zu.

Am stärksten zurück gingen neben dem Diebstahl ohne Fahrzeuge (-13,9 %) die Deliktsbereiche Raub (-11,5 %), Freiheitsberaubung und Entführung (-8,1 %) sowie die Tötungsdelikte (-4,2 %). Gezählt wurden neben den vollendeten auch die versuchten Delikte, die zu einer Anzeige führten.

Seit dem 1. April 2004 gelten einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten, Drohung, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung im familiären und häuslichen Bereich als Offizialdelikte. Diese haben 2005 nun zum ersten Mal für das ganze Jahr in der Statistik Eingang gefunden. Ob die Zunahme der Vergewaltigungen (+12,7 %), Nötigungen (+ 5,3 %) und Drohungen (+2,5 %) auf diese Neuerung zurückzuführen ist, lässt sich nicht abschliessend beantworten.

Die Anzahl minderjähriger Verdächtigter und ausländischer Staatsbürger an der Gesamtzahl der Angezeigten hat nach aktueller Zählweise gegenüber dem Vorjahr wiederum leicht abgenommen.

Die registrierten Verzeigungen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz blieben gegenüber dem Vorjahr praktisch stabil. 2004 wurden 50'580 Verzeigungen registriert, im Jahr 2005 waren es 49'450. Das entspricht einem Rückgang um rund zwei Prozent.

Weniger Kokain, mehr Ecstasy
Nach dem Rekordjahr 2004 wurde 2005 wieder weniger Kokain sichergestellt. Die Sicherstellungen sind mit 283 Kilogramm im mehrjährigen Vergleich aber noch immer hoch.

Insgesamt wurden über 200'000 Einzeldosen Ecstasy sichergestellt. Das ist die grösste Menge seit 1975. Dagegen wurden erneut weniger Hanf und Hanfderivate sichergestellt. Die Zahl der Verzeigungen wegen Konsums von Marihuana ging 2005 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Die registrierten Verzeigungen wegen Ecstasy-Konsum nahmen dafür zu.

Die Anzahl der Drogentoten stieg im Jahr 2005 gegenüber dem Vorjahr von 182 auf 211 an.

PKS wird überarbeitet
Fedpol weist erneut darauf hin, dass die Statistiken mit methodischen Mängeln behaftet sind. Die vorliegenden Zahlen sind demnach lediglich als Indikatoren und - über mehrere Jahre betrachtet - als Basis für Trendaussagen zu bewerten.

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) hat Anfang 2006 gemeinsam mit den beteiligten Departementen EJPD und EDI entschieden, das vom Bundesamt für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit den Kantonen erarbeitete Konzept für eine umfassende Revision der PKS umzusetzen.

Die neue PKS mit wesentlich detaillierteren und verlässlicheren Daten wird voraussichtlich erstmals im Jahre 2010 vorliegen. Während der Übergangszeit werden die Anzeigen der städtischen und kantonalen Polizeikorps auf Wunsch der KKJPD weiterhin von fedpol zusammengefasst und veröffentlicht.

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