Bundesamt für Justiz

Weiterer Verdächtiger im Mordfall von Ponte Capriasca ausgeliefert

Vermutlich nur noch zwei Personen flüchtig

Medienmitteilungen, BJ, 22.05.2003

Bern, 22.05.2003. Tschechien hat heute einen Verdächtigen im Mordfall von Ponte Capriasca an die Schweiz ausgeliefert. Der 26-jährige deutsche Staatsangehörige Andreas Oblender traf am Nachmittag in Begleitung von zwei Beamten der Tessiner Kantonspolizei in Zürich ein und wurde anschliessend nach Lugano überführt. Damit befinden sich vermutlich nur noch zwei Personen auf der Flucht.

Der russischstämmige Deutsche war am 4. März 2003 in Tschechien aufgrund eines internationalen Verhaftsersuchens verhaftet worden. Oblender wird von der Tessiner Staatsanwaltschaft verdächtigt, in den Mord an der Ehefrau eines Grenzwächters in Ponte Capriasca TI vom 3. Dezember 2002 verwickelt zu sein. Vor ihm waren bereits drei andere Verdächtige den schweizerischen Behörden übergeben worden: Am 27. Februar 2003 lieferte Rumänien die zwei moldawischen Staatsangehörigen Valentin und Dorin Muntenanu aus. Ihnen wirft die Tessiner Staatsanwaltschaft vor, an der Planung und Organisation der Tat mitgeholfen zu haben. Zudem sollen sie an der Umsetzung des Plans von Klaus Opris teilgenommen haben. Dieser Plan sah die Ermordung der drei Schweizer Grenzwächter vor, an denen sich Opris wegen einer Grenzkontrolle rächen wollte. Am 21. März 2003 lieferte Deutschland die rumänische Staatsangehörige Claudia Opris aus. Sie wird verdächtigt, ihrem Ehemann bei der Tat geholfen zu haben.

Der deutsch-rumänische Doppelbürger Klaus Opris war am 13. Dezember 2002 in Rumänien verhaftet worden. Da Rumänien wie die meisten Staaten die eigenen Staatsangehörigen nicht ohne deren Zustimmung ausliefert, ist keine Auslieferung an die Schweiz möglich. Deshalb stellte das BJ auf Antrag der Tessiner Staatsanwaltschaft am 17. Dezember 2002 ein Strafübernahmebegehren an die rumänischen Behörden.

Weitere Verdächtige

Noch nicht offiziell bestätigt wurde die Verhaftung zwei weiterer Personen in Moldawien. Die beiden moldawischen Staatsangehörigen werden von der Tessiner Staatsanwaltschaft ebenfalls verdächtigt, an der Umsetzung des Plans von Klaus Opris teilgenommen haben. Ein weiterer verdächtiger Moldawier soll in Paris unter noch ungeklärten Umständen ums Leben gekommen sein. Damit befinden sich vermutlich noch zwei Personen auf der Flucht, darunter jene, die verdächtigt wird, den Mord an der Ehefrau des Grenzwächters verübt zu haben.

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Arturo Garzoni, Tessiner Strafverfahren, T +41 91 814 24 11

Bundesamt für Justiz, T +41 58 462 77 88, Kontakt
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